Heute vor vier Jahren…

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Loveparade-Gelände, Alte Güterabfertigung, Juli 2014. Foto (c) Hafenstaedter

Heute vor vier Jahren starben in Duisburg 21 Menschen. Gegen die Verantwortlichen wurde nicht einmal ermittelt. Einige willige Weisungsempfänger warten immer noch auf ihren Prozess. Oder auf die Verjährung. Oder die Einstellung des Verfahrens.

Die Duisburger Stadtverwaltung hat nichts aus der Loveparade-Katastrophe gelernt. Sie würden es wieder tun.

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Juli 2010, Tunnel Karl Lehr Straße. Foto (c) Hafenstaedter

Handgemaltes Plakat im Tunnel Karl Lehr Straße wenige Tage nach der Katastrophe:

Die Menschen aus Mülheim an der Ruhr trauern mit den Angehörigen und Freunden der 20 Opfer. Den Verletzten wünschen wir eine rasche Genesung und viel Kraft für die Verarbeitung der grausamen Erlebnisse vom 24. Juli 2010. Wir im Revier stehen unserer Nachbarstadt Duisburg in diesen schweren Stunden und Tagen freundschaftlich und mitfühlend zur Seite!

Die Loveparade ist am Ende

„Endlich“ haben sie ihr Ziel erreicht! Zuerst wurde die schmuddelige Loveparade aus der Hauptstadt verbannt, dann an einen gewissenlosen Investor verscherbelt und schlussendlich mit inkompetenten Politikern an die Wand gefahren. Große Leistung! Das konservative Bürgertum hat die Subkultur, aus der die Loveparade entstanden ist, zu keiner Zeit akzeptieren geschweige denn verstehen wollen. Sie haben immer nur die Drogen und den Müll gesehen und den Sinn der Loveparade ins Lächerliche gezogen.

Eure elitäre Kultur ist keinen Cent mehr wert!!! – Nur verlogener.

Nicht die Loveparade-Teilnehmer sind für diese vorhersehbare Katastrophe verantwortlich, sondern die feinen Herren der herrschenden Klasse!

Niemand

Niemand wird für den Tod von 20 Menschen die Verantwortung übernehmen. Niemand wird für seine tödlichen Fehler auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Niemand wird von dieser gesteuerten Justiz ein Gerichtsurteil zu erwarten haben. Oder glaubt noch irgendjemand auf dieser Welt an Anstand und Gerechtigkeit? Nein? Also niemand!

Matenatunnel

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Nicht nur Häuser, sondern auch die Wahrzeichen der Hafenstadt fallen dem Duisburger Abrissbagger zum Opfer. Der Gläserne Hut am Hauptbahnhof wurde 1981 zerstört. Die Milchtüte an der Küppersmühle wurde 1994 gesprengt. Der Stadtwerke-Schornstein soll demnächst abgerissen werden.

Und der sagenumwobene Matenatunnel ist seit Anfang 2013 auf Dauer nicht mehr zugänglich.

Andere Städte würden daraus eine Touristenattraktion machen. „Dies ist der Tunnel, durch den Schimanski und Thanner in fast jeder Folge mindestens einmal gebraust sind.“ In Duisburg wird der Zugang mit Zäunen versperrt, und wenn es nach dem Willen von ThyssenKrupp geht, würde das Denkmal für immer zerstört und die Eingänge verfüllt. Der Wille der ThyssenKrupp AG ist in Duisburg Befehl.

Der Tunnel wurde 1912 fertig gestellt und verbindet auf einer Länge von ca. 400 m unter den riesigen Werksanlagen den Stadtteil Bruckhausen mit dem Stadtteil Alsum, der inzwischen vollständig von Thyssen geschuckt wurde. Durch den Tunnel fuhr ursprünglich auch eine eingleisige Straßenbahn. Er war weiß gekachelt. Durch eine Biegung war der Ausgang vom Eingang aus nicht sichtbar. Der schmale Fußweg verlief an einer Stelle sogar in einem separaten Tunnel. Das Bauwerk ist nicht nur wegen der Tatort-Kulisse erhaltenswert, er ist ein eindrucksvolles Denkmal der Industriekultur.

Die Hafenstaedter-Fotos entstanden im Februar 2008. Wie immer können Sie zum Vergrößern der Ansicht auf das jeweilige Foto klicken. (Bitte beachten Sie das Copyright.)

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Matenatunnel, Februar 2008. Foto (c) Hafenstaedter

Fußgraffito im Matenatunnel. Nackter Fuß auf weißer Kachel.

Stadtzerstörung Hochfeld 1982 (3)

Und noch einmal Fotos der Stadtzerstörung in der Hochfelder Kupferhüttensiedlung 1982.

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

Stadtzerstörung Hochfeld 1982 (2)

Weitere Fotos der Stadtzerstörung in der Hochfelder Kupferhüttensiedlung 1982.

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

(Fortsetzung folgt)

Stadtzerstörung Hochfeld 1982 (1)

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

Das Symbol Duisburger Stadtpolitik ist der Abrissbagger.

Vor einigen Tagen meldete die WAZ den erfolgreichen kompletten Abriss großer Teile des Stadtteils Bruckhausen (zugunsten von ThyssenKrupp).

Die Zinkhüttensiedlung soll gegen den Widerstand ihrer Bewohner einem Parkplatz für ein „Outlet-Center“ weichen.

Die Gelder für die Sanierung von sogenannten „Schrottimmobilien“ sollen in Duisburg vor allem für den Abriss verwendet und die Bewohner vertrieben werden.

Oberbürgermeister Sören Link verbot dem Lehmbruck-Museum die Installation von Gregor Schneiders Tunnelskulptur „Totlast“, in der auch die Stadtzerstörung in Bruckhausen thematisiert werden sollte. Der Politiker fühlte sich durch das Kunstwerk an die Loveparade-Katastrophe erinnert, und da die Taten seiner Stadtverwaltung immer noch nicht verjährt sind, glaubte er, als Kunstzensor agieren zu müssen.

Ein  lesenswertes Buch zur Duisburger Stadtzerstörung ist im vergangenen Jahr im Klartext-Verlag erschienen. Roland Günter : Stadtmassaker und Sozialverbrechen. Studie zur Kommunalpolitik am Fallbei(l)spiel ‚Stadtzerstörung und Stadtentwicklung in Duisburg‘, Essen: Klartext 2013 (388 S.).

Die Politik der Stadtzerstörung, der Flächensanierungen und der Vertreibung der ungeliebten „sozialschwachen“ Bewohner hat in Duisburg eine lange, unrühmliche Tradition.

Anfang der 1980er Jahre wurden in Hochfeld große Teile der Kupferhüttensiedlung abgerissen. Das zog sich über viele Jahre hin. Inmitten von Ruinen lebten bis zum Schluss immer noch viele Menschen. Sie wurden behandelt als Duisburger dritter Klasse, denn die meisten waren nicht nur arm, sondern besaßen auch keinen deutschen Pass.

Die Ruinenlandschaft diente als Kulisse für die ersten Schimanski-Tatorte. Das war damals ein Skandal. Alle anständigen Duisburger waren empört, dass nicht an der Regattabahn oder im Kaiserberg-Viertel gedreht wurde, sondern in Hochfeld, Ruhrort und Bruckhausen (Matena-Tunnel!). Alle unanständigen Hafenstädter haben sich gefreut.

Hier also eine Serie von Hafenstaedter-Fotos, die im März 1982 entstanden. Wie immer können Sie zum Vergrößern der Ansicht auf das jeweilige Foto klicken. (Bitte beachten Sie das Copyright.)

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

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Hochfeld, März 1982. Foto Copyright Hafenstaedter

(Fortsetzung folgt)