Zentralrat

Aufkleber: „Zentralrat der Asozialen in Deutschland“. Neudorf 2017

Den Schwarzen Winkel mussten KZ-Häftlinge an ihrer Uniform tragen, die von den Nazis als sogenannte „Asoziale“ stigmatisiert und verfolgt wurden. Den Begriff und die Symbolik ungebrochen wieder aufzunehmen, ist problematisch. Dies könnte auch ein Nazi-Aufkleber sein. Aber es gibt tatsächlich eine (Künstler-) Initiative mit dem Namen „Zentralrat der Asozialen in Deutschland“, die sich für die Rehabilitierung und Entschädigung dieser Opfergruppe einsetzt.

„Hafenstadt hat Nazis satt“

 

SLRTribne

Foto: Blog „Zebras stehen auf!“

Ein schöner Gruß geht an die mir unbekannten Fußballfans, die im Wedau-Stadion beim Spiel gegen Dresden eine Parole hochhielten, die ich auch unterschreiben könnte: „Hafenstadt hat Nazis satt“.

Leute, macht weiter so, und lasst Euch nicht von den HoGeSa-Schlägertypen einschüchtern!

Das Foto stammt vom Blog Zebras stehen auf – MSV Fan-Initiative für ein Stadion ohne Rassismus & Diskriminierung.

Mehr Fotos gibt es hier…

Fälschung

Foto (c) Hafenstaedter: Aufkleber MSV Ultras - Proud Generation

Aufkleber MSV Ultras – Proud Generation

„Hafenstadt. Duisburg regiert“. Man sieht es sofort, die Ersteller dieses Aufklebers haben nichts begriffen oder wollten nichts begreifen. Für sie ist „Hafenstadt“ die brutale Überhöhung von Duisburg. In Wirklichkeit sind Hafenstadt und Duisburg (dialektische) Gegensätze: Oberfläche und Untergrund, Krupp und Krause, Anpassung und Rebellion. Aber was soll man von rechtslastigen Fußballfans auch anderes erwarten, einer stolzen Generation, deren ganzer Stolz darin besteht, „Zick-Zack-Zigeunerpack“ zu grölen und jedem Prügel anzudrohen, der das nicht wie sie für unpolitisch hält.

Foto (c) Hafenstaedter: Aufkleber "No Politics"

Aufkleber „No Politics“

Der Aufkleber „No Politics. Just MSV“ richtet sich nicht etwa gegen Rassismus und gegen die rechte Unterwanderung der Stadien. Die sind „normal“ und „unpolitisch“. Der Aufkleber richtet sich gegen Demokraten, Linke und Migranten, die nicht damit einverstanden sind. Die sollen eingeschüchtert und notfalls mit Gewalt verjagt werden. Ganz unpolitisch.

Mit der Hafenstadt hat das ganze jedenfalls nichts zu tun, und die Herrschaftens sollten ihr Fanzine schleunigst umbenennen.

Dumme Füchse

Foto (c) Hafenstaedter: Graffito, Duisburg Neudorf, April 2014

Graffito, Duisburg Neudorf, April 2014

Der Fuchs ist schlau
und stellt sich dumm
beim Nazi ist das andersrum

Der Autor dieses Graffito hat messerscharf herausgearbeitet, weshalb AfD-Anhänger auf keinen Fall Nazi sein können. Denn von ihnen wissen wir ja, dass man sich auch dann dumm stellen kann, wenn man tatsächlich dumm ist.

PRO-Zirkus, zwölfter März 2013

Heute wurde die Hafenstadt wieder einmal heimgesucht vom rassistischen Wanderzirkus der PRO-Bewegung.

Foto (c)  Hafenstaedter

Gegendemonstration: "Rassismus kann tödlich sein! Zu Risiken und Nebenwikungen lesen Sie ein Geschichtsbuch"

Wenn hochrangige Politiker wie Bundesinnenminister Friedrich Bedrohungsangst gegenüber Flüchtlingen schüren und ein großer Teil der Massenmedien ihnen dabei assistieren, dann steht selbstverständlich auch die extreme Rechte bereit, Öl in‘s Feuer zu gießen. Das Bild mit dem Feuer muss man wörtlich nehmen. Die heutige Situation wird häufig mit der kurz vor den Pogromen Anfang der 1990er Jahre verglichen, teils als alarmistische Mahnung, teils aber auch als unverhohlene Drohung. In einem solchen Klima sieht die extreme Rechte (wieder einmal) ihre Stunde gekommen. Sie wähnt sich am Beginn des von ihr ersehnten Bürgerkrieges und als entschlossene und tatkräftige Vollstecker des vermeintlichen Volkswillens.

Foto (c) Hafenstaedter

PRO-Zirkus: Sämtliche Teilnehmer (nein, die Polizisten gehören nicht dazu) während des Höhepunkts der PRO-NRW-Kundgebung in Duisburg-Bergheim, 12.3.2013, 13:10 Uhr

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht dann aber doch zum Glück noch anders aus. Selbst die wildgewordenen Spießer, die mit rassistischen und antiziganistischen Parolen gegen ihre neuen Nachbarn aus Bulgarien und Rumänien Sturm laufen, haben sich von Pro-NRW distanziert. Der Duisburger Kreisverband von Pro-NRW ist nach wie vor nur ein Phantom, und auf dessen Website wird als aktuellste Meldung das vergangene Weihnachtsfest angekündigt.

So blieb man also wieder einmal unter sich, und das ist gut so. Die Herrschaften fuhren mit Kleinbussen und PKWs vor, hielten in einem Käfig aus Polizeigittern ihre kurze Kundgebung ab und verschwanden dann wieder. Ich zählte 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (13:10 Uhr, inklusive Pressevertreter, Zivilpolizisten etc.) Das soll also der groß angekündigte „Höhepunkt“ der Kundgebungstournee durch ganz NRW gewesen sein.

Foto (c) Hafenstaedter

Hafenstadt-Piraten: "Ankern verboten für 'Pro-NRW' - Hier ist ein Piratenhafen"

Etwa 300 Gegendemonstranten (das ist für Duisburger Verhältnisse an einem Werktag-Vormittag, bei klirrender Kälte und an einem abgelegenen Ort sehr viel) protestierten gegen Rassismus. Sie solidarisierten sich mit den bulgarischen und rumänischen Bewohnerinnen und Bewohnern des sogenannten „Hochhauses“ in DU-Rheinhausen-Bergheim. Das wurde aber auch mal Zeit! So hatte also die Provokation der Rassisten den positiven Nebeneffekt, dass die Duisburger Zivilgesellschaft endlich einmal Flagge gezeigt hat zugunsten der Flüchtlinge.

Foto (c) Hafenstaedter

Gegendemonstration: "Duisburger Schüler-innen gegen Rechtspopulismus - Gegen Antiziganismus und soziale Ausgrenzung!"

Höhepunkt der Gegenkundgebung war in meinen Augen die mutige Rede eines Schülers einer Rheinhausener Gesamtschule. Obwohl es seine erste Rede vor großem Publikum war, gelang es ihm, präzise und klar zu argumentieren und das auch verständlich vorzutragen. Rassismus und Antiziganismus wurden von ihm klar benannt und in einen politischen Kontext eingeordnet. Er sparte nicht an scharfer Kritik gegenüber Medien und Politikern und schloss dabei anwesende Politiker nicht aus, denen er „Heuchelei“ vorwarf. Der Schüler zitierte Äußerungen seines Vorredners Sören Link (Duisburger Oberbürgermeister) in der BILD-Zeitung, die ganz anders klangen, als dessen heutige Rede. Die Kritisierten reagierten auf diese undiplomatische jugendliche Analyse wie beleidigte Leberwürste.